Randerscheinungen . on the edge

 

memory . Brücken . Strassenstrich

 

 

Kreuzwege

Fotoinstallation / installation

2002-2006

 

"Kreuzwege" 1 - 5 © 2006

"Auch in der Arbeit „Kreuzwege“ ist die Entmystifizierung von Tabus das Thema. Die hinter der monoton durchlaufenden  Leitplanke in fast regelmäßigem Abstand gereihten Pfähle stehen für Kreuze, deren Querbalken verdeckt sind. Und die Kreuze wiederum stehen zwar nicht für Orte, wo ein Toter begraben, wohl aber für solche, wo ein Lebender zu Tode gekommen ist.  Wir alle kennen sie von unseren Fahrten auf Landstraßen und Autobahnen, jenseits deren Randes die Hinterbliebenen mit Blumen und anderen Gaben Gedenken üben. Doch kennen wir sie nicht im Stillstand, nicht in derartiger Frontalität und Massierung. Da nutzt kein Abschweifen nach links oder rechts. Diese Arbeit zwingt uns, die Peripherie unseres Lebens wahrzunehmen und das, was dahinter liegt."

Dr. Roland Held, Darmstadt, 2002

 

"In this work  the demystifying of taboos is the subject. The posts standing in a row, almost regularly spaced, behind the monotonously running guard rail, stand for crosses whose horizontal beam is hidden. And the crosses, in turn, stand not for the place where a dead person is buried, but for those where a living person has died. We all know them form our drives along country roads and autobahns, beyond whose edges the mourners practice remembrance with flowers and other gifts. But we do not know them in stand-still, not in such a frontality and concentration. This work forces us to perceive the periphery of our perception and what lies beyond it."


 

 

 

memory

Rauminstallation / installation

2004-2006

 

36 Memory-Karten, je 25 cm x 25 cm

Die Arbeit zum Thema Straßenranderscheinungen ist ein bis heute fortwährendes Sammeln, Beobachten und Fragen. Wie schon bei den Wegekreuzen ("Kreuzwege") wird der Voyarismus auch bei dieser Installation nicht befriedigt. Bei der vorliegenden Präsentation hat der Betrachter die Wahl, für alle anderen sichtbar stehen zu bleiben, in die Hocke zu gehen und sich auf die einzelnen Abbildungen einzulassen. Genau so, wie ich es getan habe und wie es die Menschen tun, die diese Kreuze setzen.

Mit diesem Memory ist es ähnlich wie mit der Trauer: man dreht die Karten einzeln um, wird sich bewusst, ist betroffen, erinnert sich, und zwar so lange, bis man das Glück hat, ein passendes Paar zu finden. Glück, weil man es dann loslassen und also "aus dem Spiel nehmen" kann.

This „memory“ is like mourning: you turn the cards one by one, become conscious, are touched, remember, and that as long until you are lucky enough to find a matching pair. Lucky because you can let it go and „take it out of the game“.


 

 

 

Brücken / Bridges

Fotografien / photography

2004-2005

 

Der Zyklus „Randerscheinungen“, zu dem auch diese Arbeiten zählen, betrachtet das Phänomen der Fortbewegung und des Stillstands. Des Auf-der-Strecke-Seins und -Bleibens. / The cycle „Randerscheinungen“, to which these works belong, researches the phenomenon of movement and standstill. Of being on the road and staying.


 

 

 

Straßenstrich / Street-walkers district

Fotografien / photography

2004-2005

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